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Pressemitteilung vom 27.07.2008

Neues Risiko-Gen für das Restless Legs Syndrom entdeckt

Michael van den Heuvel, Kommunikation
Helmholtz Zentrum München - Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt

Patienten mit unruhigen Beinen, wie die Krankheit im Volksmund genannt wird, leiden unter meist nächtlichen Missempfindungen in den Beinen. Sie berichten von einem starken Bewegungsdrang, der erholsamen Schlaf unmöglich macht. Seit Jahren versuchen Ärzte und Wissenschaftler die Ursachen der Erkrankung mit Hilfe genetischer Untersuchungen zu klären. Jetzt gelang es, PTPRD, eine Protein-Tyrosin-Phosphatase, als neues Risiko-Gen für RLS zu identifizieren. Insgesamt sind nunmehr vier RLS-Gene durch genomweite genetische Studien entdeckt. Träger von Risiko-Sequenzvarianten in diesen Genen haben ein erhöhtes Risiko an RLS zu erkranken. Aufgrund der bekannten Funktionen der identifizierten Gene könnte es sich beim RLS um eine frühe Entwicklungsstörung des zentralen Nervensystems handeln.

"Ich bin hundemüde, trotzdem zwingen mich meine Beine zum Aufstehen. Nur durch Umhergehen verschwindet das unangenehme Ziehen und Reißen in den Waden". So oder ähnlich berichten RLS-Patienten von ihren nächtlichen - teilweise auch tagsüber in Ruhephasen auftretenden - Beschwerden. Der gestörte Schlafrhythmus mit den entsprechenden Folgen am Tage wird für viele Betroffene zur Belastung im Beruf und in der Partnerschaft. Obwohl das RLS zu den häufigsten neurologischen Krankheitsbildern zählt, wird es nach wie vor häufig nicht erkannt oder falsch diagnostiziert.
Das Institut für Humangenetik am Helmholtz Zentrum München und an der Technischen Universität München sowie das Max-Planck-Institut (MPI) für Psychiatrie arbeiten seit vielen Jahren daran, Entstehungsmechanismus, Diagnostik und Therapie des RLS zu verbessern. Mit einem internationalen Konsortium unter Leitung von Privatdozentin Dr. Juliane Winkelmann und Prof. Thomas Meitinger untersuchten die Münchner Wissenschaftler insgesamt 2458 RLS-Patienten und 4749 gesunde Probanden der Populationsstudie KORA, die von Prof. H.- Erich Wichmann vom Institut für Epidemiologie am Helmholtz Zentrum München geleitet wird. Für die statistischen Analysen war Prof. Bertram Müller-Myhsok vom MPI für Psychiatrie verantwortlich. Analysiert wurden Sequenz-Varianten (SNPs), die über das gesamte Genom verteilt waren. Beim Vergleich der Sequenzen zwischen Patienten und Kontrollen konnten Varianten im PTPRD-Gen identifiziert werden, die vermehrt bei RLS-Patienten auftreten, aber seltener bei den gesunden Probanden vorkommen.
Der Genname PTPRD steht für Protein-Thyrosin-Phosphatase-Receptor-Typ-Delta. Das entsprechende Protein ist im Tiermodell untersucht und spielt bei der korrekten Wegfindung der Nervenzellfortsätze zu den so genannten Motorneuronen eine Rolle. Diese Neurone steuern direkt oder indirekt die Muskulatur, beispielsweise der Beine. Damit ist auch PTPRD, wie bereits die zuvor identifizierten RLS-Risiko-Gene MEIS1, BTBD9 und LBXCOR1 wichtig für die frühe Embryonalentwicklung des Organismus. Das ist ein weiterer Hinweis, dass es sich beim RLS um eine sehr frühe Entwicklungsstörung des zentralen Nervensystems handeln könnte. Mit den identifizierten RLS-Risiko-Genen ist erstmalig eine gezielte molekulargenetische Ursachenforschung für das Restless Legs Syndrom möglich geworden und eine Grundlage zur Verbesserung der Therapie geschaffen.

Originalveröffentlichung:
Barbara Schormair, David Kemlink, Darina Roeske, Gertrud Eckstein, Lan Xiong, Peter Lichtner, Stephan Ripke, Claudia Trenkwalder, Alexander Zimprich, Karin Stiasny-Kolster, Wolfgang Oertel, Cornelius G Bachmann, Walter Paulus,Birgit Högl, Birgit Frauscher, Viola Gschliesser, Werner Poewe, Ines Peglau,Pavel Vodicka, Jana Vávrová, Karel Sonka, Sonja Nevsimalova, Jacques Montplaisir, Gustavo Turecki, Guy Rouleau, Christian Gieger, Thomas Illig, H. -Erich Wichmann, Florian Holsboer, Bertram Müller-Myhsok, Thomas Meitinger, Juliane Winkelmann: (PTPRD) protein tyrosine phosphatase receptor type delta is associated with restless legs syndrome. Nature Genetics, Advance Online Publication, 27.7.2008
DOI: 10.1038/ng.190 (http://dx.doi.org/)

Pressekontakt
Heinz-Jörg Haury, Helmholtz Zentrum München - Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt (GmbH), Kommunikation
Tel.: 089-3187-2460, E-Mail:

Neuherberg, 27. Juli 2008

 

Lisurid-Pflaster - Europäische Zulassung beantragt

Pressemitteilung - Einreichung bei den Europäischen Behörden

04.06.2008 | 16:23 Uhr

Axxonis Pharma AG Berlin hat die europäische Marktzulassung für Nenad® (Lisurid) als Pflaster und zur subkutanen Infusion beantragt

Berlin (ots) - Die Axxonis Pharma AG in Berlin gab heute die Einreichung eines Zulassungsantrages an die europäische Arzneimittelbehörde EMEA bekannt, und zwar für Nenad® (Lisurid-Pflaster als Zusatzbehandlung bei der Parkinson´schen Krankheit und zur Behandlung des Restless-Legs-Syndrom (Syndrom der unruhigen Beine) sowie zur subkutanen Infusionstherapie bei fortgeschrittener Parkinson´schen Krankheit).

Lisurid, der Wirkstoff von Nenad®, ist ein starker Dopaminagonist, der für die parenterale Gabe zur kontinuierlichen dopaminergen Stimulation (CDS) entwickelt wurde. Experten erwarten, dass derartige Arzneimittel eine neue Qualität der Behandlung der Parkinson'schen Krankheit und des RLS erreichen können und dies bei sehr einfacher Anwendung. Alle bisher erhobenen Befunde zeigen nicht nur eine starke Wirksamkeit, sondern auch eine gute allgemeine Verträglichkeit von Nenad®

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Neupro® zur Zulassung für RLS in Europa eingereicht

Neupro® das transdermale Pflaster mit dem Wirkstoff Rotigotin für die Behandlung von mäßigem bis schwerem RLS wurde bei der EMEA (European Medicines Agency) zur Anmeldung zugelassen. Das wurde von UCB Belgien gemeldet. Das Neupro®-Pflaster ist täglich zu wechseln und gibt über 24 Stunden kontinuierlich den Wirkstoff Rotigotine über die Haut ab. Die Ergebnisse der dosisabhängigen, randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Studie zeigten die signifikante Wirkung von Rotigotin zur Behandlung von mäßigem bis schwerem idiopathischen RLS. In dieser Studie waren ca. 1000 Patienten über 6 Monate eingeschlossen. Mit der Einreichung von Neupro® für die Zulassung von RLS ist es UCB gelungen einen großen Schritt mit einem innovativen Medikament für eine bessere Behandlung von RLS zu machen.

Pressebericht Samstag, 31. Mai 2008

Behandlung des Restless Legs Syndroms durch Rotigotin Pflaster

Die Anwendung eines auf die Haut zu applizierenden Pflasters mit dem Wirkstoff Rotigotin kann die Beschwerden des Restless Legs Syndroms am Tage wie auch in der Nacht erheblich lindern. Zu diesem Schluss sind die Autoren des bereits online publizierten Artikels, welcher in der Juli Ausgabe der Zeitschrift „Lancet Neurology“ erscheinen wird, gekommen.

Dopaminerge Substanzen sind derzeit die Mittel erster Wahl bei RLS. Rotigotin ist ein Dopaminagonist, d.h. ein dopaminerger Wirkstoff der bereits in der Parkinson Therapie eingesetzt wird. Eine europäische, kontrollierte Studie unter der Leitung von Prof. Claudia Trenkwalder, Zentrum für Parkinson-Syndrome und Bewegungsstörungen, Paracelsus-Elena-Klinik, Kassel untersuchte in einer kontrollierten StudieWirksamkeit und Verträglichkeit von Rotigotin Pflaster in der Behandlung des RLS.

Die Studie untersuchte 458 Patienten mit mäßigen bis schweren RLS Beschwerden, das durchschnittliche Ergebnis der Internationalen RLS-Studiengruppe-Schweregradskala (IRLS) mit 28,1 (entspricht einem schweren RLS). Von den Patienten erhielten randomisiert eingeteilt 115 Patienten Rotigotin Pflaster 1mg, 112 Patienten 2 mg, 114 Patienten 3 mg über 24 Stunden, 117 Patienten erhielten ein Plazebo, jeweils über 6 Monate. Das Medikament wird durch ein Pflaster, das jeden Tag gewechselt wird,  über die Haut  abgegeben. Die Wirksamkeit wurde gemessen anhand der Schweregradskala (IRLS) vom Beginn (baseline) bis zum Ende der Aufdosierungsphase. 

Die Forscher fanden heraus, dass die größte Änderung der Schweregradskala (IRLS) 13,7 in der 1mg Gruppe, 16,2 in der 2 mg Gruppe, 16,8 in der 3 mg Gruppe und 8,6 in der Placebo-Gruppe betrug. Die Änderung der allgemeinen klinischen Beurteilung (CGI) Punkt 1 der Ergebnisse zeigte die Wirksamkeit von Rotigotin Pflaster bei 75% aller Patienten als „gut“ und „sehr gut“. Hautreaktionen traten bei 145 von 341 Patienten (43%) die Rotigotin erhielten in milder bis mäßiger Form  auf,  bei 2 von 117 (2%) Patienten, die ein Placebo erhielten. Schwere Nebenwirkungen traten bei 10 Patienten auf: Erhöhung von Leberenzymen (1), Verschlechterung von Tinnitus (1), keine Reaktion auf Blutgerinnungshemmung (1), Veränderung im EKG (1), und Haut-Nebenwirkungen durch das Pflaster (6). Die Nebenwirkungen mussten nicht stationär behandelt werden und ließen nach kürzester Zeit ohne Behandlung nach Absetzen des Pflasters nach.

*Augmentation = paradoxerweise tritt aufgrund der dopaminergen Behandlung des RLS eine Verschlechterung aller Symptome meist früh am Tag auf.

Die Autoren kommen zu dem Fazit: „ das Ergebnis dieser 6-monatigen Studie zeigt, dass kleine Mengen Rotigotin über 24 Stunden an die Haut abgegeben effektiver als Placebo zu einer Linderung der RLS Symptome bei Patienten mit RLS-Beschwerden führten. Diese Studie, zusammen mit einer Dosis-Findungs-Studie, zeigt, das trotz unterschiedlicher Behandlungsmethoden ein „klares Behandlungsfenster“ von Rotigotin zur Behandlung von RLS zwischen 1mg und 2 mg, max. 3 mg über 24 Stunden liegt.

 

 

Ärzte-Zeitung-Online berichtet am 13.3.2008

Ein Drittel der Schmerzpatienten hat ruhelose Beine

FRANKFURT AM MAIN (ner). Viele Schmerzpatienten haben ein Restless-legs-Syndrom. Deshalb ist es wichtig, Schmerzpatienten mit Schlafstörungen auch nach ruhelosen Beinen zu fragen.

Das Restless-legs-Syndrom kommt bei ungefähr einem Drittel der Schmerzpatienten vor, wie Professor Göran Hajak beim Deutschen Schmerz- und Palliativtag in Frankfurt am Main berichtet hat.

Bei Patienten mit Gelenkschmerzen sind die Symptome von Restless legs besonders verbreitet: Bei ihnen kommen sie 3,6-mal häufiger vor als in der Durchschnittbevölkerung, erläuterte der Schlafforscher aus Regensburg. Aber auch bei Patienten mit Rückenschmerzen oder mit Arthritis sind sie mindestens zweieinhalb Mal häufiger als beim Durchschnitt.

Die neurologische Erkrankung sei unter anderem eine Ursache für die Schlafstörungen. Gestörter Schlaf wiederum verstärke die Schmerzempfindungen, sagte der Psychiater. Es reiche deshalb nicht aus, diese Patienten mit Schmerz- oder Schlafmitteln zu behandeln. Vielmehr müssten sie dann auch dopaminerge Substanzen bekommen.

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