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RLS Therapie

Behandlungsmöglichkeiten des RLS – Was ist zu tun?

Wie es die meisten Patienten teils unbewußt schon machen, in dem sie ihre Beschwerden möglichst viel durch Bewegung lindern. Nun ist es unmöglich, ständig in Bewegung zu bleiben. Gerade die durch hartnäckige Schlafstörungen erschöpften und verzweifelten Patienten sehnen sich nach einer Zeit der Ruhe und Entspannung. Durch Massagen und Bürsten der Beine, kalte Fußbäder, Kniebeugen oder Fahrrad fahren lassen sich manche Abende oder Nächte überstehen. Auch allgemeine Maßnahmen wie das Vermeiden RLS-verstärkender Faktoren wie z.B. Kaffee, Alkohol, Wärme, schwere körperliche Arbeit, Stress können bei leichteren Formen des RLS schon hilfreich sein.

Bringen jedoch die angeführten Maßnahmen nicht die erhoffte Linderung der Beschwerden, so sollte eine medikamentöse Therapie in Betracht gezogen werden. Im Vordergrund stehen zur Behandlung die dopaminergen Medikamente wie L-Dopa und Dopaminagonisten.

Vor Beginn einer solchen Therapie müssen folgende Bedingungen erfüllt sein:

  • Mögliche Grunderkrankungen, die ein sekundäres RLS auslösen können, müssen ausgeschlossen oder wenn möglich bereits primär behandelt sein.
  • RLS-auslösende bzw. –verstärkende Medikamente sollten ausgetauscht werden.
  • Die Diagnose RLS muss zweifelsfrei feststehen.
  • Die Lebensqualität sollte durch die Symptomatik des RLS – hauptsächlich Schlafstörungen und Tagesmüdigkeit – so stark beeinträchtigt sein, dass ein erheblicher Leidensdruck besteht.

Die Behandlung mit L-Dopa führt in der Regel bereits nach der ersten Gabe zu einem Nachlassen der Beschwerden. In den für RLS empfohlenen Dosierungsbereichen ist die Verträglichkeit von L-Dopa gut. Ferner eignet es sich gut als zusätzliche Bedarfsmedikation bei längeren Ruhesituationen am Tage (zB Bus- und Flugreisen, Theaterbesuch, Versammlungen). Der Einsatz von Dopaminagonisten hat sich bei einem mittelschweren bis schweren RLS (Beschwerden auch tagsüber) oder bei einer längeren L-Dopa-Behandlung bewährt. Bei Gegenanzeigen, Unverträglichkeiten, aber auch andere Nebenwirkungen wie zB Wassereinlagerungen in den Beinen oder unzureichende Wirkung der dopaminergen Wirkstoffe kann das RLS auch mit Opiaten oder Benzodiazepinen behandelt werden. In jedem Fall sollte die medikamentöse Behandlung ganz individuell auf die Bedürfnisse und Besonderheiten jedes einzelnen Patienten abgestimmt werden und in der Hand eines RLS-erfahrenen Neurologen liegen.

In der Regel sollte nach folgendem Schema vorgegangen werden: