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Viele Menschen mit Restless Legs Syndrom (RLS) wissen, dass Eisen für die Produktion von Dopamin im Gehirn wichtig ist – dem Botenstoff, der Bewegungen steuert. Bisherige Leitlinien empfehlen Eiseninfusionen meist nur, wenn der Eisenspeicherwert (Ferritin) sehr niedrig ist (<100 μg/L). Bei normalen Werten zwischen 100 und 300 μg/L wird oft auf eine Infusion verzichtet, aus Sorge vor Eisenüberladung oder mangelnder Wirksamkeit.

Eine neue Studie untersuchte, ob eine Eiseninfusion auch bei Patienten mit scheinbar „normalen“ Ferritinwerten sicher und wirksam ist. 58 RLS-Patienten erhielten eine Eisencarboxymaltose-Infusion, und die Teilnehmer wurden in zwei Gruppen eingeteilt: Patienten mit niedrigem Ferritin (<100 μg/L) – also nach aktuellen Leitlinien behandelbar – und Patienten mit normalen bis höheren Werten (100–300 μg/L). Anschließend verglichen die Forscher die Symptomverbesserung, den Eisenstatus im Gehirn (gemessen mit einem speziellen Ultraschall) sowie mögliche Risiken einer Eisenüberladung.

Die Ergebnisse waren sehr positiv: Patienten mit normalen Ferritinwerten profitierten genauso stark von der Infusion wie die Leitliniengruppe. Ultraschallmessungen zeigten zudem, dass auch diese Patienten im Gehirn zu wenig Eisen hatten, obwohl ihr Blutwert normal wirkte. Die Behandlung war sicher, es traten keine ernsthaften Nebenwirkungen auf, lediglich bei zwei Patienten stieg die Transferrinsättigung kurzzeitig leicht an, ohne gesundheitliche Folgen.

Die Studie legt nahe, dass Ferritin allein oft nicht ausreicht, um den Eisenbedarf bei RLS zu beurteilen. Das Gehirn kann auch bei scheinbar normalen Werten „hungrig“ nach Eisen sein. Für Patienten bedeutet das: Auch bei Ferritinwerten zwischen 100 und 300 μg/L könnte eine Eiseninfusion wirksam sein, sofern der behandelnde Arzt andere Risiken ausschließt. Zusätzlich sollte die Transferrinsättigung (TSAT) gemessen werden – Werte unter 45 % deuten auf einen möglichen Nutzen hin.

Trotz der positiven Ergebnisse sollte man beachten, dass es sich um eine kleine Studie mit 58 Teilnehmern handelt, ohne Placebo-Kontrolle, und die Patienten ihre üblichen Medikamente weiterhin einnahmen, was die Ergebnisse leicht beeinflussen kann.

Insgesamt zeigt die Studie, dass mehr RLS-Patienten von einer Eiseninfusion profitieren könnten, auch wenn ihr Ferritinwert im Normbereich liegt, und dass diese Behandlung sicher und effektiv helfen kann, Beschwerden zu lindern.

Originalpublikation:

Garcia-Malo C, Garcia-Borreguero D, Silber MH. Efficacy and safety of intravenous iron in patients with restless legs syndrome with normal serum ferritin levels: a stratified subanalysis. J Clin Sleep Med. 2025 Dec 1;21(12):2023-2029. doi: 10.5664/jcsm.11846. PMID: 40838695; PMCID: PMC12670623.