RLS-Nachwuchsforscherpreis 2025 geht an Amedeo de Grado
Der von der RLS-Vereinigung verliehene Nachwuchsforscherpreis 2025 geht an Dr. Amedeo De Grado von der Universität Mailand für sein Projekt „Probing Central and Peripheral Excitability in Restless Limbs Syndrome“. Ziel der Arbeit war es zu untersuchen, ob das Restless-Legs-Syndrom als Störung des gesamten Nervensystems – also von Gehirn, Rückenmark und peripheren Nerven – zu verstehen ist.
Dazu wurden 56 RLS-Patientinnen und -Patienten sowie 32 gesunde Kontrollpersonen mithilfe nicht-invasiver neurophysiologischer Methoden untersucht. Die Ergebnisse zeigen bei Betroffenen eine verminderte zentrale Hemmung im Gehirn sowie eine gestörte Verarbeitung zwischen Sinnesreizen und Bewegungssteuerung. Zudem fanden sich Hinweise auf eine leicht erhöhte Nervenerregbarkeit auch in nicht direkt betroffenen Körperregionen. Veränderungen der peripheren Nerven standen dabei in Zusammenhang mit der Schwere der Symptome, während Reflexe im Rückenmark und Oberkörper weniger stark betroffen waren.
Insgesamt deuten die Befunde darauf hin, dass das RLS eine komplexe Störung der zentralen und peripheren Nervenerregbarkeit darstellen könnte. Obwohl sich daraus noch keine direkten Therapieempfehlungen ableiten lassen, liefern sie wichtige Ansatzpunkte für zukünftige Forschungs- und Behandlungsstrategien.
Philip Harrer erhält RLS-Nachwuchsforscherpreis 2023
Philip Harrer, Nachwuchswissenschaftler am Institut für Neurogenomik, Helmholtz Zentrum München, ist Preisträger des von der RLS-Vereinigung initiierten Nachwuchsforscherpreises 2023. Bei dem prämierten Forschungsprojekt handelt es sich um Grundlagenforschung im Zellmodell zur Erforschung eines möglichen Einsatzes von Thalidomid zur Behandlung des RLS. Um perspektivisch den Nutzen eines Thalidomid-Einsatzes im Rahmen einer klinischen Studie zu erproben, ist zuerst ein tiefergehendes molekularbiologisches Verständnis der Wirkungsweise erforderlich. Um eine klinische Studie durchführen zu können, muss der vermutete Wirkmechanismus zunächst in Modellsystemen untersucht und nachgewiesen werden. Die angestrebten Experimente im zellulären Modellsystem sollen helfen, die zugrundeliegenden molekularbiologischen Prozesse besser zu verstehen, Ziele für weiterführende Studien im klinischen Kontext zu definieren und die Basis für eine Erprobung auf klinischer Ebene zu legen.
Die ausgezeichnete Studie hat das Potential, mittel- bis langfristig einen neuen Ansatzpunkt in der Behandlung von RLS zu bieten und kann so zu der dringend erforderlichen Verbesserung des Therapieangebotes beitragen.
Neue Perspektiven bei RLS: Nachwuchsforscherpreis 2022 für Studie zu Hydrotherapie und Akupressur
Der RLS-Nachwuchsforscherpreis 2022 geht an Dr. med. Julia Siewert aus Berlin. Ausgezeichnet wird eine klinische Studie, die nicht-medikamentöse Behandlungsansätze beim RLS untersucht. Im Mittelpunkt stehen Hydrotherapie nach Kneipp und Akupressur, die als selbstständig durchführbare Verfahren über einen Zeitraum von 6–12 Wochen angewendet werden. Ziel ist es zu prüfen, ob diese ergänzend zur Standardtherapie zu einer Verbesserung der Symptomschwere sowie der Schlaf- und Lebensqualität und des psychischen Wohlbefindens führen.
Mit diesem Ansatz soll untersucht werden, ob niedrigschwellige, selbst anwendbare Verfahren das bestehende Behandlungsspektrum sinnvoll ergänzen und möglicherweise auch dazu beitragen können, die medikamentöse Therapie zu unterstützen und deren Nebenwirkungen durch geringere Dosierungen zu reduzieren.
RLS-Nachwuchsforscherpreis 2021 geht an internationale Forschungsteams
Der RLS-Nachwuchsforscherpreis 2021 geht an Beatriz da Silva Franco von der Staatlichen Universität Campinas (Brasilien) sowie an Dr. Davide Sparasci (MD) vom EOC – Neurozentrum der Südschweiz, Abteilung für Schlafmedizin und Neurologie. Beide werden für ihre herausragenden Forschungsarbeiten zum RLS ausgezeichnet.
Das Projekt von da Silva Franco untersucht in einem Tiermodell, wie körperliche Aktivität das Schlafmuster sowie das dopaminerge, glutamaterge und adenosinerge System beeinflusst und welche Rolle diese Mechanismen im Zusammenhang mit dem RLS spielen könnten.
Dr. Davide Sparasci und sein Team führen eine prospektive, beobachtende Kohorten-Pilotstudie durch, die das Risiko der Entstehung oder Verschlechterung eines RLS unter antiandrogener Therapie bei Prostatakarzinom untersucht. Verglichen werden dabei verschiedene Patientengruppen: Betroffene unter Androgen-Deprivationstherapie, unter kombinierter Androgen-Deprivationstherapie und Radiotherapie sowie Patienten mit alleiniger Radiotherapie.
Beide Arbeiten tragen dazu bei, unterschiedliche biologische und klinische Aspekte des RLS besser zu verstehen und neue Forschungsansätze für zukünftige Therapien zu entwickeln.
RLS-Nachwuchsforscherpreis 2020 geht an Dr. Ambra Stefani
Dr. Ambra Stefani (MD) erhält den RLS-Nachwuchsforscherpreis 2020. Ihr prämiertes Forschungsprojekt untersucht, welchen Einfluss Höhenlage und die damit verbundene Hypoxie auf Symptome des RLS sowie auf periodische Beinbewegungen im Schlaf haben. Durch die ausgewogene Geschlechterverteilung können zudem potenzielle geschlechtsspezifische Unterschiede analysiert werden. Insgesamt soll die Studie dazu beitragen, die Entstehungsmechanismen des RLS besser zu verstehen und langfristig neue therapeutische Ansätze zu ermöglichen.
Erster RLS-Nachwuchsforscherpreis an Barbara Schormair
Dr. Barbara Schormair ist die erste Preisträgerin des neu ins Leben gerufenen RLS-Nachwuchsforscherpreises. Schormair, Biologin und stellvertretende Leiterin des Instituts für Neurogenomik am Helmholtz Zentrum München, forscht seit vielen Jahren zur Genetik des Restless Legs Syndroms.
Ausgezeichnet wurde eine erweiterte genetische Metaanalyse zum RLS, die in internationaler Zusammenarbeit zusätzliche Risikofaktoren identifizieren soll. Durch die deutlich vergrößerte Datenbasis wird erstmals eine umfassendere Analyse von Zusammenhängen zwischen genetischen Varianten (Genotyp) und klinischen Ausprägungen (Phänotyp) möglich.
Die Ergebnisse sollen helfen, krankheitsrelevante biologische Mechanismen besser zu verstehen und langfristig sowohl Diagnostik als auch Therapie des RLS zu verbessern. Mittel- bis langfristig könnten sie zudem die Grundlage für Ansätze in Prävention und Risikovorhersage bilden.
