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Restless Legs Syndrom
Sie verspüren unnatürlichen Bewegungsdrang, Kribbeln in den Beinen, Zuckungen oder quälenden Schmerz verbunden mit Schlaflosigkeit.

 

Das wichtigste zum Restless Legs Syndrom – hier finden Sie Rat: Mehrere 100.000 Menschen in Deutschland leiden am sogenannten Restless Legs Syndrom. Die RLS e. V. macht es sich seit 1995 zur Aufgabe diesen Menschen zu helfen.

Die Abkürzung “RLS” bedeutet Restless Legs Syndrom – übersetzt: Erkrankung der unruhigen, ruhe- oder rastlosen Beine. Für einen Außenstehenden ist es nicht nachvollziehbar, welches Krankheitsbild bzw. welches Leiden sich hinter dieser Bezeichnung verbirgt. Die Beschwerden treten dann auf, wenn der Körper zur Ruhe kommt. In der Regel ist dies am Abend und in der Nacht, wenn ein Ziehen, Reißen oder auch Kribbeln in den Beinen sich bemerkbar macht. Von den RLS-Patienten werden diese Beschwerden und Missempfindungen meist recht unterschiedlich beschrieben. Sie können einseitig, beidseitig oder auch abwechselnd auf der einen oder anderen Seite auftreten. Neben den Beinen können auch die Arme oder auch selten die Brustwand betroffen sein.
Erst durch Bewegung gehen die Beschwerden zurück. Zwangsläufig kommt es so nachts zu Schlafstörungen, so dass die Erholung, die der Körper durch den Schlaf bekommt, sich nicht einstellt. Immer wenn der Betroffene die Ruhe und Entspannung sucht – sei es beim Lesen oder Fernsehen, im Kino aber auch im Theater – dann stellen sich die Beschwerden ein.
Durch den ständigen Schlafmangel fühlt sich der Betroffene immer müde und zermürbt und kann somit zu einer körperlichen und seelischen Erschöpfung führen. Zwangsläufig ist damit eine chronische Beeinträchtigung für viele Lebensbereiche gegeben.
Die Ursachen des RLS sind noch nicht geklärt. Etwa 5 – 10 % der Bevölkerung sind vom RLS betroffen, jedoch nur bei ca. 1- 2 % sind die Beschwerden so stark , dass sie behandlungsbedürftig sind. Das RLS ist nach diesen Erkenntnissen also weiter verbreitet als zunächst angenommen, aber als Volkskrankheit kann man das RLS deswegen nicht bezeichnen. Frauen sind doppelt so häufig wie Männer betroffen. Wahrscheinlich beruht die Krankheit auf einem Defekt bei der Übertragung von Nervensignalen. Es gibt zwischenzeitlich wissenschaftliche Forschungsergebnisse, dass genetische Ursachen vorliegen. Es wird nach idiopathischem RLS ( ohne auslösende Ursachen, jedoch familiär gehäuft auftretend ) und nach symptomatischem RLS (erworben durch eine andere Grunderkrankung ) unterschieden. Das familiär gehäuft auftretende “idiopathische RLS” ist auf eine über Generationen hinweg stattfindende Weitervererbung zurückzuführen. Beim symptomatischen RLS (auch sekundäres RLS genannt) steht die Behandlung der Grunderkrankung im Vordergrund.

Die häufigsten Erkrankungen bzw. Faktoren, die dieses RLS auslösen können, seien beispielhaft genannt:

  1. Dialysepflichtige Niereninsuffienz,
  2. Schilddrüsenfunktionsstörungen,
  3. eine Schwangerschaft,
  4. Anämie durch Eisenmangel,
  5. Rheumatoide Arthritis,
  6. Eisenmangel,
  7. Stoffwechselstörungen.

Verschiedene Medikamente können ebenfalls ein symptomatisches RLS auslösen, oder ein vorhandenes idiopatisches RLS wesentlich verstärken. Einige Medikamente, welchen diese Eigenschaften nachgesagt werden, sind zB alle trizyklischen Antidepressiva, Neuroleptika, Antiemetika, Lithium oder Koffein. Werden diese vorgenannten Grunderkrankungen behoben bzw die vorgenannten Medikamente wieder abgesetzt, gehen auch in der Regel diese sekundären RLS-Beschwerden wieder zürück.

RLS mindert zwar die Lebensqualität bisweilen in erheblichem Maße, es sind jedoch bisher keine Fälle bekannt geworden, in denen RLS die unmittelbare Todesursache war. Es gibt RLS-Betroffene, welche sich trotz lebenslanger RLS-Beschwerden sich noch im hohen Alter von 90 Jahren ansonsten bester “Gesundheit” erfreuen. Auf die Lebenserwartung hat das RLS nach heutigen Erkenntnissen keinen Einfluss.

Da es sich, wie oben bereits ausgeführt, um eine neurologische, meist chronisch verlaufende Erkrankung handelt, ist die Behandlung in der Fachrichtung “Neurologie” angesiedelt. Erster Anlaufpunkt sollte dennoch der Hausarzt sein, der dann bei Verdacht auf RLS den Betroffenen zu einem Neurologen überweisen sollte. Von großen Vorteil wäre es dann, wenn der von Ihnen ausgewählte Neurologe sich mit der Krankheit auskennt (notfalls dies vorher telefonisch erfragen).