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Neue Studienergebnisse zum Restless Legs Syndrom: Motoneuronen mitbeteiligt

Die Ursachen des Restless Legs Syndroms sind noch nicht genau bekannt. Angenommen wird, dass die Krankheit durch genetische und stoffwechselbedingte Ursachen hervorgerufen wird. Wissenschaftler der Universität Göttingen, Sydney und Tennessee haben jetzt in einer auch von der RLS e.V. Deutschen Restless Legs Vereinigung geförderten Studie nachgewiesen, dass auch die Motoneuronen am Krankheitsgeschehen beteiligt sind, also jene Nervenzellen, die die Muskeln der Beine ansteuern.

Patienten mit unruhigen Beinen klagen über sensorische und motorische Symptome, die zu Schlafstörungen führen. Zu den Symptomen zählen schmerzhafte Empfindungen, Bewegungsdrang und unwillkürliche Beinbewegungen. Die verantwortlichen Mechanismen des Restless Legs Syndroms sind noch nicht bekannt, aber aktuelle Studien weisen auf eine erhöhte Erregbarkeit des neuronalen Netzwerks hin. Reflexstudien weisen auf die Beteiligung von Wirbelsäulenstrukturen hin. Periphere Mechanismen wurden bisher nicht untersucht. Die neue Studie legt nun Nachweise für eine verstärkte HCN-Kanal-gerichtete Innenrektifikation in motorischen Axonen vor. Die Erregbarkeit der sensorischen Axone wurde nicht verändert. Es wird daraus geschlossen, dass beim Restless-Legs-Syndrom ein erhöhter HCN-Strom in Motoneuronen eine pathophysiologische Rolle spielen kann und dass diese Kanäle ein wertvolles Ziel für die medikamentöse Intervention, die die Kommunikation zwischen den Nerven- und Muskelzellen verändert, darstellen können.

KGL

Originalpublikation: Czesnik D, Howells J, Bartl M, Veiz E, Ketzler R, Kemmet O, Walters AS, Trenkwalder C, Burke D, Paulus W.: Ih contributes to increased motoneuron excitability in restless legs syndrome. J Physiol. 2018 Nov 14. doi: 10.1113/JP275341. [Epub ahead of print]. Doi 10.1113/JP275341.