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RLS bei Kindern

RLS auch schon bei Kindern?

Eine schwierige Frage gilt es zu beantworten. In den meisten bekannt gewordenen Fällen handelt es sich um ein idiopathisches RLS. Die vom idiopathischen RLS betroffenen Familien sind durch ihre selbst erlebten RLS-Mißempfindungen so sensibilisiert, dass sie bereits bei ihren Kindern oder auch Enkelkindern frühzeitig eventuelle RLS bedingte Verhaltensmuster erkennen können.

Meistens sind Kinder nicht so hart betroffen, dass deren Lebensqualität dadurch eingeschränkt wird. Es gilt, in solchen Fällen diese Kinder zunächst nur zu beobachten und sie nicht auf diese eventuelle Erkrankung aufmerksam zu machen. Denn Kinder können solche Mißemfindungen zunächst nicht als etwas Abnormales erkennen, weil es immer schon so war und somit zum Alltag gehört. In den meisten Fällen wird das RLS erst in späteren Lebensjahren so ausgeprägt, dass eine medikamentöse Behandlung notwendig wird. Sollte dazu jedoch eine Notwendigkeit bestehen, so sollte diese soweit wie möglich hinausgeschoben werden.

Zu beachten ist auch, dass die Rate der Fehldiagnosen bei Kindern mit RLS erheblich höher liegt als bei Erwachsenen. Man kann davon ausgehen, dass sich zB unter den „Zappel-Kindern“ bzw hyperaktiven Kindern auch vom RLS Betroffene befinden können. Deshalb sind für die Diagnose die vier Minimalkriterien wie bei Erwachsenen – siehe hierzu unter „RLS Selbsttest 1+2“ – anzuwenden. Wenn dazu noch …

  1. Schlafstörungen mit ausgeprägter Unruhe im Bett mit Beinbewegungen,
  2. häufiges Umdrehen, nächtliches Erwachen oder Aufstehen,
  3. ein „zerwühltes Bett“ aufgrund der periodischen Beinbewegungen,
  4. Tagesmüdigkeit oder / und Übererregbarkeit, „Wachstumsschmerzen“,
  5. abendliche oder nächtliche Schmerzen bzw. sensible Schmerzen mit motorischer Unruhe

… dazu kommen, so deuten diese Symptome darauf hin, dass möglicherweise ein RLS bei dem betreffenden Kind vorliegt. Es sollte dann ein RLS-erfahrener Neurologe zur Diagnose konsultiert werden.